Georgien – Eintauchen in das magische Tuschetien und der Weg zurück in die Zivilisation

Die Abano-Passabfahrt war durch die rosarote Brille noch schöner als je gedacht 😉.
Vorbei an staunenden Touristen, welche sich mit den Geländewagen gemütlich hoch und runter chauffieren lassen, düsen wir mit unseren Fahrrädern die Serpentinen runter.

Der Abano Pass verbindet die zwei Regionen Kachetien und Tuschetien miteinander und ist mit seinen 2’826 m.ü.M. die höchste befahrbare Passstrasse in ganz Georgien. Im georgischen Winter ist die Strasse für ganze sechs Monate nicht passierbar. So müssen sich die Einwohner Tuschetiens entscheiden, ob sie den Winter dort, vom Rest der Welt abgeschnitten, verbringen wollen. Die meisten Tuschen aber ziehen inklusive ihrer Tiere auf einem mehrtägigen Fussmarsch ins Tal hinunter. Das unberechenbare Wetter fordert immer auch wieder Todesopfer, sei dies für Mensch oder Tier.
Für tiefgreifendere Einblicke gibt es eine tolle Reportage von arte: Entdeckung der Welt – Leben anderswo – Georgien – Ein halbes Leben in Tuschetien, welche wir euch sehr empfehlen.

Mit viel Wetterglück fuhren wir nach 3 Stunden und einem letzten fiesen Anstieg in Omalo ein, wo wir uns im Guest House Gere für 2 Nächte einquartierten. Bei wunderbarem Ausblick und mit Vollpension genossen wir es sehr, einmal richtig „Ferien“ zu machen. Wie schön, sich einmal nicht selber um die Verpflegung kümmern zu müssen 😋😃. Immer wieder aufs Neue staunten wir über die Vielfältigkeit der Speisen, welche unsere Gastgeberin mit einfachsten Zutaten aus ihrem eigenen Garten für uns auf den Tisch zauberte. Zu jedem Essen, egal ob zum Frühstück auf leeren Magen oder als Absacker, ein Chacha (Schnaps) wurde immer serviert. Geschadet hat es nicht, denn bei zapfigen Herbsttemperaturen hat er uns stets von innen gewärmt.

Super verpflegt und mit neuer Energie vollgetankt, starteten wir auf Entdeckungsrundgang zu den entlegenen Dörfern nahezu der Grenze Russlands. Das erste Highlight war Dartlo. Für viele Menschen ist dieses Dorf das schönste in ganz Tuschetien. Die mittelalterliche Siedlung liegt im Herzen der abgelegenen Bergregion und strahlt einen einmaligen Charme aus. Das Dorf ist bekannt für seine historischen Steintürme und Häuser.

Von Dartlo fahren wir immer tiefer in das verwunschene Tal und nach jeder Kurve eröffnet sich eine neue gigantische Aussicht. Nach 15 km ist für uns Velofahrende in Girevi Endstation. Danach geht es nur noch zu Fuss weiter. Man kann eine Mehrtageswanderung nach Shatili unternehmen.
Immer wieder trafen wir auf Wanderer, sei dies mit Riesenbepackung oder in der gemütlicheren Variante mit Begleitpferden.
Auf dem Rückweg ernten wir neidische Blicke, da wir mit unseren „Lasteseln“ bergab an ihnen vorbei zischen 😎. Das ist mitunter der Hauptgrund, weshalb wir Velofahren bei weitem bevorzugen.

Zurück in Omalo nächtigen wir im selben Guest House wie zu Beginn, wo auch schon Lisa & Dario auf uns warten 😃. Gemeinsam stossen wir ordentlich auf unseren Erfolg und die Verlobung an. Da die beiden von Beni in sein Vorhaben eingeweiht waren, haben sie als Überraschung sogar eine Flasche Wein nach oben geschleppt 🤩.

Von unserer gefahrenen Strecke entlang des Pirikita Alasani Tals schwärmten wir unseren beiden Freunden, welche diese Route noch vor sich haben, vor. Des Weiteren planten wir unser gemeinsames Vorhaben, den Waschlowani Nationalpark zu befahren. Er zeichnet sich durch sein trockenes Klima, steppenartige Vegetation und bizarre Fels- und Hügelformationen aus und befindet sich ganz im Osten des Landes.

Bevor dieses Projekt startet, trennen sich unsere Wege abermals und wir begeben uns auf den Rückweg über den Abano Pass. Dieses Mal hatten wir eine Topaussicht auf der Passhöhe und der Ausblick war bombastisch! Unbedingt wollten wir nochmals die heissen Quellen geniessen, unsere Muskeln entspannen und erneut das Schlafen in der Gefängniszellen-artigen Unterkunft inmitten von Mäusen und Mardern erleben. Gut haben wir uns für das Dach über dem Kopf entschieden, denn in der Nacht fegte ein heftiges Gewitter über uns hinweg.
Tags darauf, nochmals kurz in den Pool gehüpft, starteten wir zur 3-stündigen Downhill Schotterabfahrt. Das Gefühl, als wir nach 1 1/2 Wochen wieder Asphalt unter den Rädern spürten, war grandios 😄.
Zurück in der Zivilisation machen wir uns auf den Weg nach Dedopliszkaro, dem Eingangstor zum Waschlowani Nationalpark.

So schön, wenn man sich ständig in der Natur aufhält, wie man jede Veränderung miterlebt. Hier der Vergleich wie sich der Herbst auf dem selben Streckenabschnitt in nur 1 1/2 Wochen bemerkbar macht:

Für noch mehr Einblicke in unseren Veloalltag schaut euch unser neustes Video an:

4 Kommentare zu „Georgien – Eintauchen in das magische Tuschetien und der Weg zurück in die Zivilisation“

  1. Herzliche Gratulation zur Verlobung, das hast du toll gemacht Beni! 💐
    Ich wünsche euch beiden weiterhin eine spannende und erfolgnisreiche Reise!🚴‍♀️
    Liebe Grüße Ruth🤪

  2. PETER UND MARLENE FREY Y BIRR

    LIEBE NICOLE, LIEBER BENI,
    ZU UNSERER VORSTELLUNG: WIR SIND NACHBARN VOM OPA MAX, KENNEN NICOLE ALS SCHULMÄDCHEN MIT DEM VATER KURT MIT DEM TOLLEN BAUERNHOF IN KAISTEN. MAX IST ETWAS IN SORGE UM EURE UNTERNEHMENSLUST. ABER WIR BERUHIGEN IHN MIT ERINNERUNGEN AN UNSERE DAMALIEGEN „AUSFLÜGE“ IN NORDAFRIKA UND SAHARA MIT DEM ALTEN 2 CV CITROEN. ER STAND DANACH EINE ZEITLANG BEIM MAX NEBEN DEM SCHOPF MAN HAT UNS OFT IN DEN ABGELEGENSTEN OASEN ALS ERSTES MIT DEM WASSERGEFÄSS EMPFANGEN, ODER BEI EINER MILITÄRBASIS UNSER ZELT AUFSTELLEN KÖNNEN. POLITISCH IST ODER WÄRE DIES SCHON LANGE NICHT MEHR MÖGLICH. SO MUSTEN WIR DIE ABSICHT
    ÜBER DIE HOGGARPISTE VIA TAMANRASSET NACH DEM STAAT „NIGER“ DANN „NIGERIA“ AUFGEBEN WEGEN DEM KRIEG IN ALGERIEN. JETZT VERSTEHT IHR SICHER AUCH UNSER VERSTÄNDNIS FÜR EURE LUST UND EUREN WILLEN DIE WELT TIEFER KENNEN ZU LERNEN.
    WIR BEWUNDERN EUCH MIT DER BEGONNENEN „VELOTOUR“ MIT DEM ZIEL AUSTRALIEN.
    EUREN MUT MIT VOLLER ENERGIE UND ZIELFESTIGKEIT SICH AUF EINE SO VIELSEITIGE UND OFT NOCH UNGEWISSEN REISE UNTERS RAD ZU NEHMEN BEEINDRUCKT UNS SEHR. VORALLEM IST ES MENSCHLICH IMMER NOCH WIE VOR 60 JAHREN, WIE DIE LEUTE IN VIELEN LÄNDERN SEHR HILFSBEREIT UND MENSCHLICH AUF NEULINGE WIE EUCH REAGIEREN. ABER DIE POLITISCHEN (+RELIGIÖSEN) GEGEBENHEITEN HABEN SICH VOLL INS GEGENTEIL GEÄNDERT. ABER; WO EIN WILLE IST, IST AUCH IMMER EIN WEG! MIT DEN BETEN WÜNSCHEN VERBLEIBEN WIR MIT DER HOFFUNG EUCH WÄHREND DEM UNTERBRUCH DER REISE MAL BEIM OPA MAX ZU TREFFEN UND VON EUCH MEHR ZU HÖREN. MIT HERZLICHEN GRÜSSEN
    VERBLEIBEN WIR PETER UND MARLENE F R E Y HELLMATT BIRR

    1. Hallo Peter und Marlene
      Sehr nett von euch zu hören und danke für die spannenden Worte. Wir werden beim Besuch von Max an euch denken und uns bei euch melden, dann können wir gemeinsam Kaffee trinken 😀.
      Liebe Grüsse

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