Wir sind nicht immer zu beneiden 🌧 – aber meistens 😃

Nach unserem Aufenthalt in Zvolen in einem Airbnb im 10. Stock haben wir uns auf den Weg Richtung Nationalpark „Slowakisches Paradies“ gemacht. Weiterhin fuhren wir durch einmalige Landschaften, über mehrere Hügel und durch dichte Wälder mit kaum befahrenen Strassen. Falls trotzdem einmal ein Auto an uns vorbei fährt, ist es den Slowaken hoch anzurechnen mit welcher Vorsicht sie dies tun. Niemand überholt in einer Kurve, sogar LKW’s bremsen auf Schrittgeschwindigkeit ab und überholen sehr grosszügig 😀, mal schauen wie das dann in der Ukraine gehandhabt wird 😅.

Die Planung der Route zum Slowakischen Paradies hat sich als sehr schwer entpuppt, da wir gefühlt 3x die Strecke anpassen mussten, weil eine Schlechtwetterfront angesagt war. Der Regen auf diesem Abschnitt war nicht das Einzige was uns beschäftigt hat. Wer mit dem Fahrrad quer durch ein Land reist und nicht den kommerziellen Weg wählt, wird nicht nur mit Schönem belohnt, sondern erhält einen ungefilterten Eindruck vom jeweiligen Land. Uns ist vor allem folgende Schattenseite aufgefallen:

Es ist zu erwähnen, dass die Slowakei generell sehr sauber ist, wir haben uns aber vermehrt gefragt, woher der Abfall entlang der Gewässer stammt. Wir haben bemerkt, dass er vor allem im Bereich von Roma-Siedlungen auftritt. Je weiter wir gen Osten geradelt sind, umso häufiger sind wir an solchen Siedlungen vorbei gefahren. Es gibt einen extremen Kontrast, auf der einen Seite die schönen, gepflegten Häuser/Siedlungen, auf der anderen Seite die zerfallenen Holzhütten ohne fliessendes Wasser und Elektrizität inmitten riesiger Abfallberge, der uns zum Nachdenken angeregt hat und wir wollten mehr darüber wissen.
Nach dem Austausch mit mehreren Einheimischen haben wir deren Sicht erfahren. Kurz zusammengefasst:
Es ist ein ungelöstes Problem, da treffen zwei unterschiedliche Kulturen aufeinander, welche nur schwer kompatibel sind. Generell sind die Sozialleistungen sehr gut und würden eigentlich einen normalen Lebensstandard gewährleisten, viele Romas stecken das Geld aber lieber in Alkohol. Zum anderen ist es für die Romas sehr schwer, sich zu integrieren, da sie meist eher ausgeschlossen werden.
Es werden diverse Bemühungen unternommen, den Kindern, welche die Schule besuchen, beizubringen, dass Bildung und Umwelt wichtig sind. Es ist nämlich so, dass schon des Öfteren die Abfallberge in den Slums weggeschafft wurden und es aber leider nach kurzer Zeit wieder genau so zugemüllt war wie vorher. Auch würden kostenlose Abfallcontainer bereit stehen, der Müll wird aber weiterhin einfach in den Gewässern oder der Umgebung entsorgt.
Man kann nur hoffen, dass sich die zukünftigen Generationen besser integrieren können und so ein gutes Zusammenleben möglich wird.

Kleine Roma-Siedlung am Rande von Telgárt

Nach zwei tollen Pausentagen in Telgárt bei unserem Airbnb Host Peter, welcher uns sein Dorf mit viel Freude zeigte, kommen wir endlich unserem Ziel, den Eishöhlen und der Wanderung im Nationalpark näher!

Als wir vor zwei Jahren in der Slowakei waren, hatte die Eishöhle von Dobšiná leider schon zu, weshalb wir sie unbedingt dieses Mal anschauen wollten. Wir hatten grosses Glück, die Höhle öffnete drei Tage vor unserem Besuch!

Ein Highlight jagte das nächste 😃. Am nächsten Tag stand unsere langersehnte Wanderung durch eine Schlucht mit Kletterpassagen bevor. Schon die Beschreibung der Wanderung hörte sich sehr anspruchsvoll an, wir trafen aufgrund des heftigen Regenfalls der letzen Tage auf noch härtere Bedingungen. Seht am besten selbst 😆:

Über das schöne Dorf Levoča geht es weiter auf einer Berg- und Talfahrt nach Košice, der zweitgrössten Stadt in der Slowakei. Zum Glück, denn Beni’s Matratze gibt endgültig den Geist auf und wir haben noch andere Kleinigkeiten zu besorgen.

Hier in Košice dürfen wir auf die Gastfreundschaft von Anna und Jozef zählen, sie unterstützen uns bei den Vorbereitungen zum Grenzübertritt in die Ukraine. Dank ihren telefonischen Abklärungen wissen wir nun, welche Grenze offen hat und mit dem Fahrrad befahrbar ist. Zudem werden sie uns zum obligatorischen PCR-Test begleiten ☺️.
Herzlichen Dank!

Zum Schluss noch ein kleiner Drohnenflug am Wildzeltplatz vor der Wanderung im Slowakischen Paradies, achtet im zweiten Teil mal auf die tierische Überraschung 🐗, welche uns schon die ganze Reise über verfolgt 😱.

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4 Kommentare zu „Wir sind nicht immer zu beneiden 🌧 – aber meistens 😃“

  1. Heidi Gasser

    Grunz, grunz….
    Ich bin es, nicht erschrecken.
    Ich muss nochmals schwärmen: die Natur in der Slowakei ist einfach ein Traum.
    Dank der Drohne wisst ihr, dass die Wildschweine euch begleiten.
    Was sind das für Berge im Hintergrung?
    Ist das „Die Hohe Tatra“?
    Gut habt ihr Leute gefunden, die euch beim Grenzübertritt in die Ukraine helfen.
    Hey, ihr zwei Lieben, herzlichen Dank für euren Beitrag. Er ist das Highlight von unseren grauen Pfingsten.
    Hebed Sorg, ich umarm eu, herzlichst, d Mame, d Heidi

  2. Hallo erstmals Ihr Lieben,
    Ich schaue immer mal wieder bei Euch rein und bin erstaunt wie weit ihr bereits gefahren seid.
    Tolle Aufnahmen in Gegenden die mir sonst so nicht begegnet wären. Wie ich sehe geniesst Ihr die Zeit in vollen Zügen – das Glück ist Euch ins Gesicht geschrieben und das freut mich sehr!

    Sehr spannend finde ich auch die Aufnahmen mit der Drohne – eine ganz besondere Sicht auf vieles, was sonst nur zu erahnen wäre. Nur die Wildschweine verstehen natürlich die Welt nicht mehr, was das für ein Gesurre ist 😂

    Ich grüsse Euch herzlich und gute Weiterfahrt!
    Mägi

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