Dänemark – Auf der Suche nach dem Abenteuer

Konnten wir das Abenteuer in Dänemark finden? Wir kommen später noch dazu.

Route zum Blog:

Entlang des EuroVelo 12 strampelten wir dann doch meist mit Rückenwind zügig bis zum Kap Grenen, dem nördlichsten Punkt Dänemarks. Hier treffen Nord- und Ostsee aufeinander, ein wirklich sehenswertes Spektakel.

Auf uns warteten zwei, drei wirklich schöne landschaftliche Abschnitte. Immer wieder erscheinen die weiten Dünenlandschaften durch das rasant wechselnde Wetter im neuen Farbenkleid, wir sausen entlang von Leuchttürmen, erkunden unterschiedlichste Wälder und als wir 5 km entlang des Strandes fahren, quietschen unsere Riemen vor Freude.
So erreichen wir nach vielen tollen Shelter-Übernachtungen das Kap von Dänemark. Tags darauf hiess es nach langem wieder einmal den Wecker zu stellen. Die letzten 40 km bis nach Frederikshavn, wo unsere Fähre nach Schweden ablegen wird, mussten am Vormittag gefahren werden.

Zur Auflösung unserer Abenteuerfrage:
Für uns gibt es diverse Eigenschaften, die ein Abenteuer ausmachen. Dies sind Landschaft, Menschen, unterschiedliche Kulturen, Sehenswürdigkeiten, fremde Küche, abgelegene und fordernde Strecken. All das fehlt uns bisher. So komisch es klingen mag, in Dänemark ist das Reisen mit dem Fahrrad fast zu einfach. Durch das geniale Shelter-Netzwerk mussten wir kein einziges Mal das Zelt aufstellen, wir hatten immer fliessendes Trinkwasser am Schlafplatz, die Supermärkte haben jeden Tag geöffnet und so kommen wir sehr selten in Kontakt mit Einheimischen, da man zu jeder Zeit alles bekommt. Zudem ist alles flach, der höchste „Berg“ Dänemarks ist sagenhafte 170 m hoch. Im Moment machen wir vor allem Strecke, aber eigentlich sehnen wir uns mehr nach Erlebnissen als nach Kilometern.
Für jemanden, der einfach gerne Velo fährt, ein wahnsinnig gut ausgebautes Velonetz bevorzugt und von den tollen Übernachtungsmöglichkeiten profitieren möchte, ist Dänemark sicher zu empfehlen.

Ganz anderes Thema

Dass Skandinavien kein günstiges Pflaster ist, war uns bereits im Voraus bewusst, vom Preisniveau Dänemarks waren wir aber trotzdem sehr überrascht! Die Preise sind wie in der Schweiz, wenn nicht sogar höher.
In diesem Zusammenhang haben wir das erste Mal in anderen Veloreiseblogs vom Containern / Dumpster Diving gehört, um Geld zu sparen. Dabei handelt es sich um das Entwenden von „Essensabfällen“ aus Containern bei Supermärkten. In der Schweiz ist das laut Gesetz verboten, in anderen Ländern eine Grauzone.
Das Thema beschäftigt uns sehr, wenn man sieht wie viel tatsächlich an noch einwandfreien Lebensmitteln weggeworfen werden 😭.
Macht euch am besten selber ein Bild dazu:

Wie kann es sein, dass ein solches Überangebot in den Läden herrschen muss?! Sehr viel haben wir darüber philosophiert und doch keine Antwort/Lösung dazu gefunden.

Wir wollen hier jetzt kein Fass aufmachen, aber hoffentlich können wir einige dazu bewegen sich über dieses Thema auch Gedanken zu machen.

Wir geben zu, wir haben enorm vom Containern profitiert, wir haben mindestens 80% aller Lebensmittel gratis aus dem Abfall genommen und super feines Essen damit zubereitet. Natürlich wünschen auch wir uns, dass diese Möglichkeit gar nicht bestehen würde.


Wir befinden uns jetzt gerade auf der Fähre nach Schweden und freuen uns riesig auf Neues 😃.

Für noch mehr Einblicke in unseren Veloalltag schaut euch unser neustes Video an:

2 Kommentare zu „Dänemark – Auf der Suche nach dem Abenteuer“

  1. Hoi zäme!
    Danke für den nächsten Bericht mit eindrücklichen Photos von schöner Natur und auch erschreckender Verschwendung unserer kostbaren Lebensmittel. Vom Dumpstern habe ich durch meinen Sohn Rouven erfahren, der damit schon viel Erfahrung hat. Auch wenn es in der CH verboten ist, wird es dennoch gemacht. Bei Trainings auf Schloß Glarisegg (https://www.edeglarisegg.info) haben die jungen Menschen sehr viel Lebensmittel aus Containern oder auch von Feldern die nicht abgeerntet wurden, geholt.
    Gerade neulich traf ich Rouven im „Wandererhaus“ nahe Kempten (https://wanderuni.de/wandererhaus/) wo die jungen Menschen, die dieses Haus als eigenständigen Kultur- und Lernort betreiben, sehr viel von „geretteten“ Lebensmitteln leben.
    Wenn Abenteuer das Einlassen auf Neues und Fremdes ist und sich neuen Fragen stellen und auf die Suche nach Antworten machen bedeutet, dann war ja vielleicht diese Erfahrung euer Abenteuer im Luxusland Dänemark!
    Ihr bekommt sicher auch wieder andere Abenteuer geboten, wobei ja die schelter in ganz Skandinavien sehr gut ausgebaut sein sollen. Ihr werdet sie schon bekommen, eure Abenteuer!
    Viel Freude auf jeden Fall und a guate Zit mitenand!
    Andreas & Barbara

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